Montag, 21. März 2016

WM-Auftakt in der Wüste

Am vergangenen Wochenende ging es nach der Winterpause endlich wieder los. Die Piloten der Motorrad-Weltmeisterschaft trafen sich zum ersten Rennen der Saison 2016 und starteten beim Nachtrennen im Wüstenstaat Katar auf dem Losail International Circuit, vor den Toren der Hauptstadt Doha. In den Klassen Moto3, Moto2 und MotoGP kämpften die Zweirad-Artisten unter gleissendem Flutlicht um die ersten Punkte der Saison. Mit am Start, verteilt auf alle drei WM-Klassen, die KONZEPT°-Piloten Philipp Öttl, Tom Lüthi und Stefan Bradl sowie das Leopard Racing Team mit Weltmeister Danny Kent und Miguel Oliveira.

Moto3: Top Ten für Philipp Öttl

Eine dicke Erkältung, drei Trainingsstürze und ein angebrochenes Schlüsselbein hielten Niccolo Antonelli nicht davon ab, sich den Sieg im ersten Moto3-Rennen der Saison 2016 zu sichern. Aus dem Windschatten heraus schnappte er sich noch auf den letzen Metern den bis dahin führenden KTM-Piloten Brad Binder. Für KONZEPT°-Pilot Philipp Öttl vom Team Schedl GP Racing endete der Arbeitstag bei angenehmen 22 Grad in der katarischen Wüste mit Rang 9. «Er hat die drittbeste Zeit unter allen Piloten hingelegt», lobte Vater und Teamchef Peter Öttl nach der Zieldurchfahrt. Der Junior war von Rang 9 ins Rennen gegangen und hatte nach einer verhaltenen Anfangsphase, die ihn bis auf Rang 19 zurückgeworfen hatte, wieder den Anschluss an die Top-Ten Plätze hergestellt.

Moto2: Sieg für Tom Lüthi

Man spricht deutsch in der Moto2-Klasse. Vorjahressieger Jonas Folger schnappte sich die erst Pole-Position des Jahres, nur wenige Zehntel dahinter landete auf Platz 6 mit Sandro Cortese sein Kollege vom Team Dynavolt Intact GP. Aus dem Doppelerfolg wurde nichts. Folger stürzt in Führung liegend, Cortese wurde wie zahlreiche andere Kollegen für einen Frühstart abgestraft und erntet nur Platz 15. Tom Lüthi vom Team Garage Plus Interwetten war mit Startplatz 10 im Qualifying nicht ganz happy, bot dann im Rennen aber eine Show der Extra-Klasse. Mit kühlem Kopf teilte sich der KONZEPT°-Pilot sein Rennen ein, setzte sich in der letzten Runde an die Spitze und sah die schwarz-weiss karierte Flagge als Erster. Neu in der hart umkämpften Moto2-WM ist das Team Leopard unter der Regie der Brüder Jochen und Stefan Kiefer, die nach dem WM-Titelgewinn in der Moto3 2015 gemeinsam mit ihrem Schützling Danny Kent und dem Vorjahres-Konkurrenten Miguel Oliveira den Aufstieg in die höhere Kategorie gewagt hatten. Kent machte gleich am Start den einen oder anderen Platz gut, profitierte von den Durchfahrtsstrafen der Frühstarter und feierte seinen Moto2-Einstand mit einem sauberen sechsten Platz.

MotoGP: Harte Arbeit für Stefan Bradl

Stefan Bradl hat sich mit dem Einstieg ins Aprilia-Werksteam einer Mammut-Aufgabe gestellt. An der nagelneuen Aprilia RS GP muss der Bayer noch einiges an Entwicklungsarbeit erledigen. Nach dem Abschlusstraining ging es für Bradl von Startplatz 20 los. An der Spitze brachten sich der Weltmeister Jorge Lorenzo und seine spanischen Landsleute Marc Marquez und Maverick Vinales in der ersten Startreihe in Stellung. Lorenzo zeigte nach dem Titelgewinn im Vorjahr auch beim Auftaktrennen eine weltmeisterliche Leistung und rauschte als Erster über die Ziellinie. Bradl sah die Zielflagge nicht. Ihm war zur Halbzeit das Vorderrad eingeklappt und er war samt Aprilia ins Kiesbett gerutscht.

Von der arabischen Halbinsel geht es für die Teams im WM-Paddock auf direktem Weg auf die andere Seite des Erdballs. Am ersten April-Wochenende geht die Punktejagd weiter, dann in Argentinien.

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