Am
vergangenen Wochenende ging es nach der Winterpause endlich wieder los. Die
Piloten der Motorrad-Weltmeisterschaft trafen sich zum ersten Rennen der Saison
2016 und starteten beim Nachtrennen im Wüstenstaat Katar auf dem Losail
International Circuit, vor den Toren der Hauptstadt Doha. In den Klassen Moto3,
Moto2 und MotoGP kämpften die Zweirad-Artisten unter gleissendem Flutlicht um
die ersten Punkte der Saison. Mit am Start, verteilt auf alle drei WM-Klassen,
die KONZEPT°-Piloten Philipp Öttl, Tom Lüthi und Stefan Bradl sowie das Leopard
Racing Team mit Weltmeister Danny Kent und Miguel Oliveira.
Moto3:
Top Ten für Philipp Öttl
Eine
dicke Erkältung, drei Trainingsstürze und ein angebrochenes Schlüsselbein
hielten Niccolo Antonelli nicht davon ab, sich den Sieg im ersten Moto3-Rennen
der Saison 2016 zu sichern. Aus dem Windschatten heraus schnappte er sich noch
auf den letzen Metern den bis dahin führenden KTM-Piloten Brad Binder. Für
KONZEPT°-Pilot Philipp Öttl vom Team Schedl GP Racing endete der Arbeitstag bei
angenehmen 22 Grad in der katarischen Wüste mit Rang 9. «Er
hat die drittbeste Zeit unter allen Piloten hingelegt»,
lobte Vater und Teamchef Peter Öttl nach der Zieldurchfahrt. Der Junior war von
Rang 9 ins Rennen gegangen und hatte nach einer verhaltenen Anfangsphase, die
ihn bis auf Rang 19 zurückgeworfen hatte, wieder den Anschluss an die Top-Ten
Plätze hergestellt.
Moto2:
Sieg für Tom Lüthi

Man
spricht deutsch in der Moto2-Klasse. Vorjahressieger Jonas Folger schnappte sich
die erst Pole-Position des Jahres, nur wenige Zehntel dahinter landete auf Platz
6 mit Sandro Cortese sein Kollege vom Team Dynavolt Intact GP. Aus dem
Doppelerfolg wurde nichts. Folger stürzt in Führung liegend, Cortese wurde wie
zahlreiche andere Kollegen für einen Frühstart abgestraft und erntet nur Platz
15. Tom Lüthi vom Team Garage Plus Interwetten war mit Startplatz 10 im
Qualifying nicht ganz happy, bot dann im Rennen aber eine Show der Extra-Klasse.
Mit kühlem Kopf teilte sich der KONZEPT°-Pilot sein Rennen ein, setzte sich in
der letzten Runde an die Spitze und sah die schwarz-weiss karierte Flagge als
Erster. Neu in der hart umkämpften Moto2-WM ist das Team Leopard unter der Regie
der Brüder Jochen und Stefan Kiefer, die nach dem WM-Titelgewinn in der Moto3
2015 gemeinsam mit ihrem Schützling Danny Kent und dem Vorjahres-Konkurrenten
Miguel Oliveira den Aufstieg in die höhere Kategorie gewagt hatten. Kent machte
gleich am Start den einen oder anderen Platz gut, profitierte von den
Durchfahrtsstrafen der Frühstarter und feierte seinen Moto2-Einstand mit einem
sauberen sechsten Platz.
MotoGP: Harte Arbeit für Stefan Bradl
Stefan
Bradl hat sich mit dem Einstieg ins Aprilia-Werksteam einer Mammut-Aufgabe
gestellt. An der nagelneuen Aprilia RS GP muss der Bayer noch einiges an
Entwicklungsarbeit erledigen. Nach dem Abschlusstraining ging es für Bradl von
Startplatz 20 los. An der Spitze brachten sich der Weltmeister Jorge Lorenzo und
seine spanischen Landsleute Marc Marquez und Maverick Vinales in der ersten
Startreihe in Stellung. Lorenzo zeigte nach dem Titelgewinn im Vorjahr auch beim
Auftaktrennen eine weltmeisterliche Leistung und rauschte als Erster über die
Ziellinie. Bradl sah die Zielflagge nicht. Ihm war zur Halbzeit das Vorderrad
eingeklappt und er war samt Aprilia ins Kiesbett gerutscht.Von der arabischen Halbinsel geht es für die Teams im WM-Paddock auf direktem Weg auf die andere Seite des Erdballs. Am ersten April-Wochenende geht die Punktejagd weiter, dann in Argentinien.
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